Vernetzt
wie eine Maschine
Jeder Mensch ist einmalig, sei es durch sein Aussehen, sein Auftreten, seine Sprache und auch durch sein Erlebtes. Durch das, was bereits in der Vergangenheit erlebt worden ist, werden die aktuellen Gedankengänge beeinflusst. Im Großen und Ganzen wird das, was morgen geschieht durch das Vergangene und durch unser aktuelles Denken beeinflusst. Diese Erinner- ungen und Gedanken werden im Gehirn ver- arbeitet und durch die Nervenbahnen zu den ent- sprechenden Teilen des Körpers geleitet. Aus wissenschaftlichen Quellen ist seit längerem bekannt, dass sich allein auf 6,5 Quadratzentimeter Hand- fläche ca. 1600 Nerven Enden befinden. Alles was sich im Gehirn bewegt, findet seinen Ausdruck im Körper der jeweiligen Person und besonders in der Hand.
Ein Mensch, der sehr empfindsam ist und sein Gehirn stark beansprucht, sendet logischerweise mehr Impulse zu den Körper- teilen, als ein Mensch, der nicht so empfindsam ist und sein Gehirn wenig bean- sprucht. Diese Impulse wir- ken auf den Körper ein und setzen Zeichen und formen das Aussehen des Körpers und der Hand. Daher hat ein Geistesarbeiter mehr Zei- chen bzw. Linien in der Hand als ein Arbeiter, der mit harter Körperarbeit seinen Lebensunterhalt be- streitet.
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Das Handlesen
Das Handlesen [engl. Palmistry] ist so alt wie die Menschheit selbst. Älteste indische Quellen bezeugen, dass es bereits vor ca. 5000 Jahren im alten Indien praktiziert wurde.
Zusammen mit der Physiognomie wurde die Handlesekunst von keinem geringeren als dem Meeresgott Samudra und Prahlada gegründet. Daher nannten die Inder (Hindus) diese Wissenschaft auch „Samudrika Shastra“. Diese Wissenschaft beinhaltete die Physiognomie, welche die Linien und Zeichen des ganzen Körpers in Betracht zogen. Daraus entwickelte sich dann die „kleinere Wissenschaft“ Hastrika oder Hast Samudrika, das Studium von den Handlinien, bzw. der Hand.
Physiognomie und Handliniendeutung wer- den zum Beispiel in den folgenden alten indischen Schrifen dargestellt:
- Visnudharmottara Purana
- Agni Purana
- Garuda Purana
- Brhat Samhita
- Ananga Ranga
- Bhavisyottara Purana (Hier gibt es ein ganzes Kapitel über die Handliniendeutung)
- Brihat parasara hora sastra
Ähnliche Überlieferungen gibt es auch aus der Frühzeit der sumerischen Kultur. Hier hieß der Überlieferer der Wissenschaften Oannes. Dieser Mythos stammt aus der Zeit um 4000 v. Chr. Auf Keilschrifttafeln ist zu lesen:
„Oannes verkehrte den Tag über mit den Menschen, ohne Speise zu sich zu nehmen, und überlieferte ihnen die Kenntnis von Schriftzeichen. Er lehrte sie, wie man Städte baut und das Land vermisst. Mit Sonnen- untergang ist dieses Lebewesen wieder in das Wasser hinab getaucht und hat die Nächte in der See verbracht.“
„(......) Im ersten Jahr erschien (.....) ein vernunftbegabtes (!) Tier mit Namen Oannes, dessen ganzer Körper (...) der eines Fisches war, unter dem Fischkopf hatte er noch einen anderen Kopf, er besaß menschenähnliche Beine, die sich unter dem Fischschwanz befanden. Seine Stimme und Sprache waren artikuliert und menschlich (....). Dieses Wesen weilte am Tage unter den Menschen, nahm aber keinerlei Nahrung zu sich. Er gab den Menschen Einsicht in die Schreibkünste und Wissenschaften, außerdem in alle Arten von Kunst. Er lehrte sie, Städte zu bauen, Tempel zu errichten und erkärte ihnen die Regeln der Geometrie. Er zeigte ihnen, wie man sät, wie man die Früchte erntet (...) und machte sie so zu Menschen.(....) Wenn die Sonne unterging, zog sich das Wesen Oannes ins Meer zurück und verbrachte die Nacht in der Tiefe, denn er war amphibisch. Nach diesem (Wesen) erschienen noch andere Tiere, die wie Oannes waren.
--Berossus (Ancient Fragments (Isaac Preston Cory) )
Von Oannes erhielten die Babylonier ihre ganze Kultur, die Schrift und Astrologie. Oannes war ein Wesen halb Mensch, halb Fisch, der sich aus dem Meere erhob.
Des Weiteren gibt es ein Kompendium in babylonisch-assyrischer Sprache. Alamdimmu, „Körpergestalt“ handelt von den Merkmalen des menschlichen Körpers (auch der Hand), welche in früherer Zeit systematisch untersucht worden sind und deren Bedeutung Bezug auf zukünftige Ereignisse oder den Charakter nimmt. Die größte Anzahl der Texte des Omenwerkes stammt aus dem 7. Jh. V. Chr., aus der Bibliothek des assyrischen Herrschers Assurbanipal in Ninive.
Weitere Texte, die physiognomischen Charakter haben, finden sich in den Schrift- rollen von Qumran.
- Chiffriertes Horoskop
„Und jeder, dessen Augen lang sind, aber sie sind starr, dessen Schenkel lang und schmal sind, dessen Zehen lang und schmal sind und der geboren wurde während der zweiten Mondphase, er besitzt einen Geist mit sechs Teilen Licht, aber drei Teilen im Haus der Finsternis. Dies ist das Geburts- zeichen, unter dem solch eine Person geboren wird: der Schenkel des Stiers. Er wird arm sein. Dies ist das Tier: der Stier.“
- Aramäisches Horoskop
„Jemand, dessen Haarfarbe mittel ist und nicht extrem, dessen Augen weder hell noch dunkel sind, dessen Nase lang ist und anziehend, dessen Zähne ebenmäßig sind, dessen Bartwuchs dünn ist, aber nicht zu sehr, dessen Gliedmaßen glatt sind und weder dünn noch dick: Er besitzt einen Geist, charakterisiert durch...... Er erleidet Unterdrückung.“
Diese Texte waren wahrscheinlich Teile anderer größerer Handbücher, die sich die Deutung des Schicksals und des Cha- rakters zur Aufgabe machten. Während das „Chiffrierte Horoskop“ Astrologie mit der Physiognomie verbindet, um den Charakter und das Schicksal des Menschen zu be- stimmen, ist das „Aramäische Horoskop“ ein rein physiognomisches Werk, welches den Charakter aus den Zeichen des Körpers herauszufinden versucht. |
Die drei waagerechten Hauptlinien
Die drei waagerechten Hauptlinien setzen sich aus der Lebenslinie, der Herzlinie und der Kopflinie zusammen. Diese Linien sollten in keiner Hand fehlen.
1. Lebenslinie (linea vitalis):
- Körper, das materielle Prinzip
- Vitalität (Gesundheit / Krankheit)
2. Kopflinie (linea cerebralis):
- Geist, das intellektuelle Prinzip
- Denken (Stärke / Schwäche)
3. Herzlinie (linea mensalis):
- Seele, das psychische Prinzip
- Gefühl (die Verfassung des Gemüts und der Seele)
Die vier senkrechten Hauptlinien
Die vier senkrechten Hauptlinien sind die Ehrgeizlinie, die Schicksalslinie, die Kunstlinie und die Gesundheitslinie. Diese vier Linien beschreiben die Kraft und das Durchhaltevermögen des Handeigners, etwas im Leben zu erreichen oder zu erschaffen.
1. Die Ehrgeizlinie:
- Streben und Vorwärtswollen
- Ehrgeiz und Stolz
2. Die Schicksalslinie:
- Erfolge und Misserfolge im Beruf bzw. Lebensweg
- Fleiß, Abhängigkeit oder Selbstständigkeit
Die Kunstlinie:
- Erfolg, Ehre und Glück
- Talent und Kunstbegabung
Die Gesundheitslinie:
- Zustand der Nerven und der allgemeinen Gesundheit
- Das Befinden und das Temperament
Die sieben Nebenlinien
Die sieben Nebenlinien sind die Innere Lebenslinie, die Intuitionslinie, die Isislinie, die Giftlinie, die Reiselinien, das Mystische Kreuz und die Beziehungslinien.
Diese sieben Linien beschreiben zusätzliche Anlagen und Entsprech- ungen des Handeigners. Diese Linien müssen nicht unbedingt in einer erfolgreichen Hand erscheinen. Bei einigen ist es besser, wenn sie erst gar nicht auftauchen.
- Die innere Lebenslinie verstärkt die Vitalität.
- Die Intuitionslinie verstärkt die Kombinationsgabe und die Intelligenz.
- Die Isislinie verstärkt die Enthaltsamkeit und die Disziplin.
- Die Giftlinie verstärkt den Genuss nach Rauschmitteln.
- Die Reiselinien verstärken die Phantasie und Reiselust.
- Das mystische Kreuz verstärkt die Liebe zum Mystischen und Okkulten.
- Die Beziehungslinien verstärken die Verbindungen.
Die fünf Ringe
Die fünf Ringe erscheinen halbkreisförmig unter den vier Fingern. Es sind der Venusgürtel, der Jupiterring, der Saturnring, der Apolloring und der Ring der Ledigen.
Diese fünf Ringe beschreiben eine Einengung der Lebensumstände und der Fähigkeiten. Diese Linien stehen nicht für Erfolg, sondern begrenzen den Handeigner in seinen Möglichkeiten.
Bei einigen ist es besser, wenn sie erst gar nicht auftauchen.
- Der Venusgürtel engt das Edle und Schöne einundfördert die Rastlosigkeit.
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Der Jupiterring engt den freien Kontakt einundfördert eine große Gelehrtheit.
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Der Saturnring engt das Materielle ein und fördert das Streben nach dem Unmöglichen.
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Der Apolloring engt den Erfolg einund fördert eine Vertiefung der Fertigkeiten.
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Der Ring der Ledigen engt das Glück einer Verbindung ein und fördert die Freiheit.
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